Diese Schlafstörung setzt Menschen einem “sehr hohen Risiko” für Parkinson aus.

Die Forschung hat eine bestimmte Schlafstörung, die als Rapid Eye Movement (REM) Schlafverhaltensstörung bezeichnet wird, mit einer Diagnose der Parkinson-Krankheit in Verbindung gebracht. Was charakterisiert dieses Schlafproblem und kann sein Vorhandensein eine gute Möglichkeit sein, das Parkinson-Risiko vorherzusagen?
Nahaufnahme einer grauhaarigen Frau, die auf einem weißen Kissen schläft.
Menschen, die eine Schlafstörung erleben, die sie veranlasst, ihre Träume auszuleben, haben ein hohes Risiko für die Entwicklung der Parkinson-Krankheit.

Daten der National Institutes of Health (NIH) zeigen, dass jedes Jahr etwa 50.000 Menschen in den Vereinigten Staaten erfahren, dass sie an der Parkinson-Krankheit leiden, einer neurologischen Erkrankung, die die Motorik einer Person beeinträchtigt und sie anderen neurodegenerativen Problemen wie der Alzheimer-Krankheit aussetzt.

Forscher verstehen immer noch nicht ganz genau, was die Ursache der Parkinson-Krankheit ist, aber sie haben einige Risikofaktoren identifiziert, die eine Person dazu veranlassen können, diese Krankheit zu entwickeln.

Dazu gehören das Alter und das Geschlecht einer Person sowie einige genetische Faktoren. Dennoch bleibt es eine Herausforderung, frühzeitig festzustellen, wer irgendwann in seinem Leben an der Parkinson-Krankheit erkrankt.

Ein Forscherteam der McGill University in Montreal, Kanada, entschied sich jedoch, zu prüfen, ob ein bestimmter Faktor – eine Schlafstörung namens REM-Schlafverhaltensstörung (RBD) – ein guter Indikator für das Risiko sein könnte.

Dieses Schlafproblem wird RBD genannt, weil es während der REM-Phase des Schlafes auftritt, in der der Körper einer Person effektiv gelähmt wird. Diese Bewegungsunfähigkeit verhindert, dass die Person jeden Traum, den sie erlebt, körperlich auslebt und hält sie so davon ab, sich selbst oder anderen zu schaden.

Menschen mit RBD haben diese Lähmung nicht, was bedeutet, dass sie am Ende ihre Träume verwirklichen, ohne zu merken, dass sie dies tun.

Forschungen haben gezeigt, dass viele Menschen mit RBD an der Parkinson-Krankheit erkrankt sind, so dass das Team der McGill University beschloss, herauszufinden, ob eine RBD-Diagnose das Parkinson-Risiko genau vorhersagen kann.

Wie der Hauptautor Dr. Ron Postuma und Kollegen erklären, könnte die Feststellung, dass diese Schlafstörung ein guter Prädiktor für Parkinson ist, es in Zukunft ermöglichen, gefährdete Menschen zu identifizieren und ihnen experimentelle Therapien anzubieten, die den Eintritt dieser neurologischen Erkrankung verzögern oder verhindern könnten.

Schlafstörung prognostiziert Risiko

Um die Stärke der Verbindung zwischen den beiden Zuständen zu ermitteln, haben die Forscher – deren neueste Erkenntnisse im Gehirn erscheinen: A Journal of Neurology – arbeitete mit 1.280 Menschen mit REM-Schlafstörungen in 24 Zentren der International RBD Study Group.

Die Forscher bewerteten über mehrere Jahre hinweg die motorische Funktion, die kognitiven Fähigkeiten und die sensorischen Fähigkeiten der Teilnehmer. Nach einer 12-jährigen Nachbeobachtungszeit fanden sie heraus, dass 73,5 Prozent der an dieser Studie beteiligten Personen die Parkinson-Krankheit entwickelt hatten.

Darüber hinaus hatten Teilnehmer, die in diesem Zeitraum begonnen hatten, Probleme mit der Motorik zu haben, ein dreifach höheres Risiko, an der Parkinson-Krankheit oder damit verbundenen Erkrankungen wie Demenz bei Lewy-Körpern zu erkranken.

Ebenfalls stark gefährdet waren Teilnehmer, die eine kognitive Beeinträchtigung entwickelt hatten oder Probleme mit ihrem Geruchssinn hatten.

Diese Ergebnisse bestätigen, dass das Vorhandensein von RBD in der Tat ein starker Prädiktor für die Parkinson-Krankheit ist. Dies umso mehr, als die Forscher die Studie in Zentren in Nordamerika, Europa und Asien durchgeführt haben, was bedeutet, dass die Ergebnisse für verschiedene Bevölkerungsgruppen gelten.

Eine kostengünstigere, schnellere Form der Bewertung

Im Gegensatz zu der üblichen Methode zur Beurteilung des Parkinson-Risikos, die als Dopamin-Transporter-Bildgebung bezeichnet wird, ist die aktuelle Bewertung kostengünstig und einfach anzuwenden.

Dopamin-Transporter-Bildgebung, erklären Dr. Postuma und Kollegen, bewertet die Integrität des dopaminergen Systems, das typischerweise bei Parkinson und Parkinson beeinträchtigt wird. Dieser Test ist jedoch komplex und kostspielig. Im Gegensatz dazu ist die Bewertung der Risikofaktoren, die die aktuelle Studie berücksichtigt, sowohl schnell als auch kostengünstig.

“Wir haben ein sehr hohes Risiko für die Parkinson-Krankheit bei Menschen mit REM-Schlafstörungen bestätigt und mehrere starke Prädiktoren für diese Progression gefunden”, sagt Dr. Postuma.